Felix • 17. April 2026

Runde um Welterbe Kloster Lorsch

Feld- und Deichrunde mit Zeitreise ins Mittelalter

 Die gemütliche 8-km-Runde um das Welterbe Kloster Lorsch bietet eine abwechslungsreiche Mischung aus Feldern, kleinen Waldstücken und einem schönen Abschnitt auf dem Damm am Landgraben. Dazu kommt das  Kloster als kulturelles Highlight als Start oder Ende der Tour. Da die Anlage eher überschaubar ist, lohnt sich der Besuch fast nur in Kombination mit diesem Spaziergang in die schöne Umgebung.  

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Ihr könnt die interaktive Karte mit 2 Fingern zoomen & bewegen. Highlights sind mit anklickbaren Symbolen gekennzeichnet. Auf der Wanderung solltet Ihr rechts oben auf das Ecken-Symbol klicken, um die Karte zur Navigation in Eurer Google-Maps-App zu nutzen:

Start der Tour ist am Parkplatz Karolingerplatz direkt am Kloster. Wir empfehlen den Besuch des Klostes am Ende. Darum geht es von hier zunächst etwa 100 Meter über die „Kulturachse“ nach Osten, bevor man auf den heimatkundlichen Kulturpfad nach Süden abbiegt.


Die nächsten rund 2 Kilometer geht es auf einem Grünstreifen durch den Ort, vorbei an zahlreichen Infotafeln. Gefühlt hängt an jedem Baum eine Erklärung oder eine Liste mit Bischöfen. Der Weg selbst ist aber angenehm zu laufen.


Anschließend folgt man dem Riedring weiter nach Süden durch ein kleines Wäldchen und biegt am Ende links Richtung Heppenheim ab. Hier wird es ruhiger und landwirtschaftlicher. Im Hintergrund sieht man bald die Hänge des Odenwald mit Bismarckturm und Starkenburg.


Kurz darauf erreicht man den Damm am Landgraben. Auf dessen Krone läuft man ein gutes Stück entlang – einer der schönsten Abschnitte der Tour. Links und rechts Felder, dazu das nahe Vogelschutzgebiet.


Bald folgt der Hans-Ludwig-Turm, benannt nach einem lokalen Vogelkundler. Von oben hat man einen schönen Blick über die Ebene und mit etwas Glück sieht man auch ein paar seltene Vögel, für die das Gebiet bekannt ist.


Weiter geht es nach Norden bis zum Stauwehr an der Weschnitz, ein beliebtes Fotomotiv. Danach folgt man der Weschnitz weiter flussabwärts, quert irgendwann die Friedenstraße und bleibt anschließend einfach am Wasser.


Kurz darauf erreicht man die Ruine des Klosters Altenmünster. Hier stand ursprünglich die erste Klosteranlage von Lorsch, bevor später das große Reichskloster entstand.


Danach geht es weiter zum Freilichtlabor Lauresham – ein kompletter karolingischer Herrenhof im Maßstab 1:1 mit Häusern, Feldern und sogar Tieren. Hier bekommt man einen ziemlich guten Eindruck davon, wie das Leben zur Zeit Karls des Großen wirklich aussah.


Zum Abschluss zurück in die Stadt zum Highlight der Tour. Das Kloster Lorsch wirkt heute erstmal klein – viel ist nicht mehr erhalten. Der Großteil wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und später sogar als Steinbruch genutzt. Allerdings ist die Bedeutung der Anlage enorm. Lorsch war im Frühmittelalter ein echtes "Powerhouse der Gelehrsamkeit" von europäischem Rang. Es gab eine bedeutende Bibliothek und ein Skriptorium für edle Handschriften. Dazu kam die enge Verbindung zum karolingischen Herrscherhaus und der hohe archäologische Stellenwert der Anlage. Daher wurden die beiden Klosterruinen 1991 zum UNESCO Welterbe erklärt.


Die Torhalle (Königshalle) aus dem Jahre 774 ist eines der am besten erhaltenen Gebäude aus der Karolinger-Zeit. Solche Bauwerke sine eine echte Rarität in Europa. Das Torhaus ist eine wilde Mischung aus Stilen: römische Elemente mit frühchristlichen Formen und sogar orientalische Einflüsse - ein echtes Unikat. Falls offen bitte unbedingt hochgehen. Oben sind noch Reste originaler Wandmalereien aus karolingischer und späterer Zeit erhalten. Das sieht man so nicht oft.


Direkt am Kloster gibt es einen Kräutergarten basierend auf dem "Lorscher Arzneibuch" (ein weiteres UNESCO Welterbe). Hier wachsen Pflanzen, die schon im 8. Jahrhundert medizinisch genutzt wurden – quasi eine kleine mittelalterliche Apotheke zum Anschauen.


Das Kloster steht nicht zufällig da: Es liegt auf einer alten Sanddüne aus der Eiszeit – ungewöhnlich und einer der Gründe, warum man hier überhaupt gebaut hat. Unter der Erde befinden sich noch zahllose unerforschte Schätze. In der Zehntscheune sind originale Fundstücke ausgestellt. Das gibt einen ganz guten Eindruck vom Alltag damals (Handwerk, Medizin etc.).


Nebenan in der Altstadt bietet sich zum Abschluß das Back- und Brauhaus Drayß zur Einkehr an. Hausgebrautes Bier und solide Küche – passt perfekt nach der Runde.



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